Kreis SPD startet Wirtschaftsdialog

Die SPD im Landkreis Oldenburg nutzt das wahlfreie Jahr, um mit Vertretern der Wirtschaft in einen intensiven Dialog einzutreten. Die Ergebnisse des auf mehrere Treffen verteilten Dialogs sollen in das Wirtschaftsprogramm der niedersächsischen SPD eingehen, aber auch im Kommunalwahlprogramm der Landkreis-SPD. Bei einem ersten Treffen im Hotel Wildeshauser Hof wurden mit Unternehmern, Wirtschaftspolitikern, Wirtschaftsförderern und auch Schulabsolventen mehrere Aspekte diskutiert.

So stellte sich zum Beispiel heraus, dass vielen kleineren Firmeninhabern nicht alle öffentlichen Fördermittel bekannt sind. Als ein weiteres Problem kristallisierte sich in dem Gespräch heraus, dass häufig Inhaber von Ein-Mann/Frau-Unternehmen aufgrund einer niedrigen Einkommenssituation nicht ausreichend für ihre Rente vorsorgen, einige sogar ohne Krankenversicherung seien. Wichtig auch für bestehende Unternehmen ist eine unabhängige Beratungsmöglichkeit.

Im Bereich des Handwerks kritisierten die anwesenden Handwerksbetriebe, dass für viele junge Menschen das Handwerk nicht in der Berufswahl an erster Stelle steht. Hier sind, sowohl die Betriebe wie auch die Berufsberatungen mit ihren Beratungen gefragt gegenzusteuern. Das Handwerk selber ist bemüht, eine deutliche Verbesserung seines Images anzugehen. Hier sollte Politik unterstützend wirken. Derzeit besteht allerdings, so die anwesenden Unternehmer, noch kein akuter Mangel an Fachkräften. Für die Zukunft wird hier aber Handlungsbedarf gesehen. Für junge Menschen die, aus welchen Gründen auch immer, nicht in der Lage sind eine vollständige Ausbildung zu absolvieren, müssen vielleicht abgespeckte Ausbildungsmöglichkeiten entwickelt werden.

Für den ländlichen Raum erweist sich der nicht ausreichende Personennahverkehr als Problem, weil einige Jugendliche, wenn sie noch nicht volljährig sind, Schwierigkeiten haben, zu den Ausbildungsbetrieben zu gelangen. Als ungerecht wird auf Unternehmerseite empfunden, dass Schülerinnen und Schüler der SEK II im Landkreis Oldenburg Zuschüsse für die Fahrten zur Schule bekommen, Lehrlinge aber nicht.

„Nach der Sommerpause wird es ein zweites Treffen von interessierten Unternehmerinnen und Unternehmern mit den Kommunalpolitikern der SPD im Landkreis Oldenburg geben, um den Dialog fortzusetzen“, so Bernd Bischoff aus Ganderkesee, Oliver Toth aus Kirchhatten und Hannelore Hunter-Roßmann aus Wildeshausen, die diesen Wirtschaftsdialog der Kreis-SPD initiiert hatten.