Der richtige Energiemix für Hatten

Mit dem Thema „Regenerative Energien“ befasste sich die SPD Hatten auf ihrer letzten Fraktionssitzung. „Atomkraft ist glücklicherweise ein Auslaufmodell.
Biogas, eine grundsätzlich gute Idee, ist uns auf Grund der Privilegierung und der Einspeisevergütung über den Kopf gewachsen.
Was sind die Alternativen?“, fragt der Fraktionsvorsitzende Hans-Hermann Siemers.
Und auch die ebenfalls privilegierten Windkraftanlagen sollen nach dem Willen der Hatter SPD nur dort entstehen, wo weder Anwohner noch Natur und Umwelt über Gebühr belastet werden. So ist es nur folgerichtig, dass der Antrag eines Hatter Bürgers zur Ausweisung eines Sondergebietes für Photovoltaik wohlwollend aufgenommen wurde.
Zwar sind die CO2-Vermeidungskosten bei Photovoltaik noch ziemlich hoch, da die Herstellung aufwendig ist, doch es gibt zahlreiche positive Aspekte. So ist der Beitrag zum Klimaschutz nicht von der Hand zu weisen, da fossile Energieformen ersetzt werden.
Weitere Vorteile sieht Heike Burghardt, Vorsitzende des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt, in der Erhöhung der Artenvielfalt auf Grünland, die selbst unter und zwischen den Solarmodulen, wesentlich höher ist als auf intensiv bewirtschafteten Maisäckern. Positiv ist auch die Vermeidung von Nitrat- und Pflanzenschutzmittelbelastungen von Boden, Grundwasser und Bächen. Durch langjährige Ruhe regeneriert sich zudem der durch schwere Erntemaschinen verdichtete Boden. Ein positiver finanzieller Aspekt ist die Gewerbesteuer, die der Gemeinde zufließt.
Auch wenn das Problem des Flächenverbrauchs landwirtschaftlicher Nutzflächen durchaus kritisch gesehen wird, zeigte sich der Landtagsabgeordnete Axel Brammer besonders von der Energieausbeute beeindruckt. Um die gleiche Menge Strom zu „ernten“, wird bei Biogas eine 25-40 mal größere Fläche benötigt als bei Photovoltaik, abhängig von der Technik.
Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Helmuth Koopmann warnte allerdings eindringlich davor, Einzelmaßnahmen zu genehmigen, bevor Kriterien dafür festgemacht worden sind, auf welchen Flächen und in welcher Größenordnung in der Gemeinde Freiflächenanlagen zugelassen werden sollen. Koopmann: „Wenn der Schutz des Landschaftsbildes bei dem Bau von Windkraftanlagen eine Rolle spielen soll, muss das auch für Freiflächen-Photovoltaikanlagen gelten. Eine Eingrünung wie bei der im Bau befindlichen Anlage in Oldenburg (Tweelbäke) vorgesehen, ist auch in Hatten unbedingt einzufordern.“
 

 

Hatten, den 29.11.2011